Studio Art

02/2021 | Der neue Veranstaltungsraum

Sie sind in aller Munde: digitale Events. Die Umstände der Covid19-Pandemie bringen neue Eventformate hervor, die vieles Gelernte auf den Kopf stellen und neue Möglichkeiten bieten. Hatte man früher z.B. grosse Hallen mit breiten Bühnen, Workshopräume und vielleicht eine gesonderte Cateringzone, so werden diese Räumlichkeiten aktuell schlicht nicht mehr benötigt. Stattdessen gefragt sind TV-Studios oder Locations, in die sich eigene Studios integrieren lassen. Doch welche Arten von Studios gibt es eigentlich? Was sind ihre Vorteile und was die Stolpersteine? Genau um diese Fragen geht es hier unter dem Begriff „Studio Art“.

Grundsätzlich gibt es vier Kategorien: A) Klassisch B) Hybrid C) Virtuell statisch/dynamisch D) Virtuell statisch/dynamisch mit AR. Schauen wir uns das einmal genauer an.

 

A) Klassisch
Beim klassischen Bühnenbild handelt es sich um ein komplett gebautes Set mit integrierter LED oder Projektionstechnik, um digitale Inhalte zu zeigen. Diese sind in den meisten Fällen im Set integriert oder werden als Zusatz gestellt. Die Bauten können aus verschiedenen Materialien bestehen und die Grundkonstruktion ist meist aus Holz gefertigt. Im Set sind auch leuchtende Elemente integriert, um diverse Stimmungen und Lichtsituationen zu inszenieren.

Beispiel & Fazit: Klassische Variante
Bei diesem Beispiel sind alle 3D-Elemente gebaut – inklusive LED-Leuchtkanten. Es sind zwei Screens integriert, um digitale Inhalte wiederzugeben.

Vorteile:
– Unbeschränktes Bespielen Screens
– Kamerafahrten, um Dynamik im Bild zu erzeugen
– Auch mit mehreren Kameras bespielbar

Nachteile:
– Lagerung
– Verschleiss der Materialien (Lebensdauer)
– Instandhaltung
– Kosten für Produktion der Bauten

 

B) Hybrid
Eine Hybridlösung ist nichts anderes als eine Marriage eines realen Sets mit virtuellen Elementen. Nimmt man genau das gleiche Setup des klassischen Sets und kombiniert es mit virtuellen Elementen, so dienen diese meist als Hintergrund (Horizont). Sie werden durch eine neutrale Greenbox als sogenannte Hohlkehle als hinterste Ebene gebaut. Alles was Grün ist, wird virtuell bespielbar. Auf diese Weise sind dieselben Bilder wie beim klassischen Set möglich, mit dem Unterschied, dass der Hintergrund mit geringem Aufwand digital gewechselt werden kann. Verschiedene Bilder oder auch Videomaterial können hier den Hintergrund bespielen.

Beispiel & Fazit: Hybride Variante
Bei diesem Beispiel sind sämtliche 3D Elemente gebaut. Einfachste Bauweise und mit LED Leuchtkanten. Im Set sind auch zwei Screens integriert um Inhalte oder Präsentationen wiederzugeben. Dazu kommt die Hohlkehle als Greenbox.

Vorteile:
– Unbeschränktes Bespielen der Screens und der Hohlkehle
– Kamerafahrten, um Dynamik im Bild zu erzeugen
– Auch mit mehreren Kameras bespielbar
– Austauschbare Hintergründe, um mehr Inszenierung zu bespielen

Nachteile:
– Lagerung
– Verschleiss der Materialien (Lebensdauer)
– Instandhaltung
– Kosten für Produktion der Bauten
– Kosten Technik Green Screen

 

C) Virtuell statisch/dynamisch
Das virtuelle Set ersetzt aktuell die meisten realen Sets. Durch technische Innovation wird es immer einfacher und realistischer, ein virtuelles Set so zu bauen, dass man kaum einen Unterschied zum klassischen Set bemerkt. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt. Da die technischen Anforderungen allerdings deutlich komplexer sind als bei den Varianten A) und B) ist es wichtig, hier mit Vollprofis zusammen zu arbeiten. Der Bildausschnitt z.B. muss mit Bedacht gewählt werden, damit die Bilder Tiefe bekommen und ihre Wirkung bei den Zuschauern entfalten.

Beispiel & Fazit: Virtuell statisch/dynamische Variante
Nur das Podest für die Moderation ist noch real. Das restliche Studio ist computergeneriert und wird mit Bild- und Videocontent bespielt.

Vorteile:
– Unbeschränktes Bespielen der gesamten Studioumgebung
– Kamerafahrten, um Dynamik im Bild zu erzeugen
– Auch mit mehreren Kameras bespielbar
– Austauschbare Hintergründe, um mehr Inszenierung zu bespielen.
– Kein Verschleiss, unbegrenzt bespielbar

Nachteile:
– Kosten für Produktion der digitalen Welten (Bilder oder Video)
– Kosten Greenscreen-Technik
– Kosten Postproduktion

 

D) Virtuell statisch/dynamisch mit AR
Das virtuelle Set mit AR ist eine Weiterentwicklung vom virtuellen Set. Der Unterschied liegt im Trackingsystem, mit dem die Kameras bestückt werden. Durch das Tracking können digitale 3D-Elemente im Raum platziert werden, um neue Ebene zu schaffen (AR – Augmented Reality). Das ist kostenintensiv, aber einzigartig, was die visuelle Komposition anbelangt.

Beispiel & Fazit: Virtuell statisch/dynamische Variante mit AR
Das Set selbst ist identisch mit dem virtuellen Set. Durch das Trackingsystem der Kameras allerdings können zusätzliche AR-Ebenen eingebettet und bespielt werden.

Vorteile:
– Unbeschränktes Bespielen der gesamten Studioumgebung
– Kamerafahrten, um Dynamik im Bild zu erzeugen
– Auch mit mehreren Kameras bespielbar
– Austauschbare Hintergründe, um mehr Inszenierung zu bespielen.
– Kein Verschleiss, unbegrenzt bespielbar
– Neue Ebene durch 3D Elemente AR

Nachteile:
– Kosten für Produktion der digitalen Welten (Bilder oder Video)
– Kosten Greenscreen-Technik
– Kosten Postproduktion
– Kosten Trackingsystem

Sie möchten gerne mehr erfahren über Studio Art und unsere Möglichkeiten, digitale Events zu inszenieren? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Maximilian Souchay

Managing Partner | Founder

Maximilian hat in Bern Marketing und in Liverpool Kulturmanagement und Schauspiel studiert. Bevor er 2015 Live Lab gründete, hat er in verschiedenen Führungspositionen in der Eventbranche gearbeitet.

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